Mittwoch 10. Juni 2009
Projekt S.o.G.
Von: Cornelia BreithauptProjekt Suchtselbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung
Ein bundesweit neues Projekt startete mit der Kick off-Veranstaltung in Berlin vom 24.-26. Oktober 2008 im Bildungshotel Erkner. SOG, ein einzigartiges Projekt, finanziert durch das Bundesministerium für Gesundheit und unterstützt von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, beschäftigt fünf Selbsthilfeverbände ( Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe, Kreuzbund, Guttempler, Blaues Kreuz Deutschland und Blaues Kreuz der ev. Kirche) deutschlandweit.
Nachdem 2006 das erste gemeinsame, sehr erfolgreiche Projekt der fünf Selbsthilfeverbände Brücken bauen-Junge Suchtkranke und Selbsthilfe endete,trafen sich diese jetzt in Berlin. Suchtselbsthilfe optimieren durch Gesundheitsförderung hat zum Ziel, bundesweit mit den Selbsthilfegruppen Suchtkranke und Angehörige zu unterstützen, um Sucht und die gesundheitlichen Folgen zu überwinden.
Die zukünftigen Mediatoren ( Vermittler in einem Kommunikationsprozess) lernten sich erstmals in Berlin kennen. Regional in drei Workshops wird die Ausbildung an drei Wochenenden, über das Jahr 2009 verteilt, wie folgt stattfinden:
Süd - Organisation Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe in Pforzheim, Hohenwart
West - Organisation Kreuzbund in Bad Honnef
Nord - Organisation Blaues Kreuz in der ev. Kirche in Plön
Ost - Organisation Blaues Kreuz in Deutschland in Erkner
Die Workshops vermitteln zielorientiert praktisches und praktikables Wissen, beleuchten eigene Einstellungen und Erfahrungen. Die Mediatoren gelten in der Zukunft als die Botschafter und Sympathieträger für das Thema Gesundheit in der Gruppe, der Region und den Landesverbänden.
Zu den zukünftigen Aufgaben zählt die Weitergabe der Informationen zu folgenden Themen:
Tabakkonsum einschränken, rauchfrei leben
Gesundheitsbewusste Ernährung
Bewegung und Sport anzuregen
Zum Themenkomplex Gesundheit in der Gruppe, der Region und im Landesverband werden mehrere Veranstaltungen vom LVB angeboten. Konkrete Ziele in der Suchtselbsthilfe für die Zukunft sind:
Thema "Gesundheit" in den Gruppen verankern, Gruppenangebote um Angebote zur Gesundheit erweitern, Gruppenmitglieder fördern und unterstützen, etwas für die eigene Gesundheit tun.
Die Angebotsstrukturen in der Gruppe sind grundsätzlich auf Veränderungsprozesse, weg von der Sucht, hin zur Abstinenz und Zufriedenheit, ausgerichtet. Erfahrungsgemäß fällt es Menschen schwer, den Lebensstil über das notwendige Maß hinaus ( Abstinenz, Verhaltensänderung) zu ändern. Fehl -und Mangelernährung, Bewegungsmangel, Rauchen, Stress und ungesunde Lebensrhytmen werden von Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen beibehalten. Wohlbefinden und psychische Stabilität beeinflussen das positive Befinden und verhindern im Idealfall die Rückfallgefahr in alte Konsummuster und Verhaltensweisen. Zufriedene Abstinenz setzt die körperliche und psychosoziale Gesundheit voraus.
Koordiniert wird das Projekt durch die Projektsteuerungsgruppe, den Geschäftsführerinnen der fünf Verbände. Eine verbandsinterne Arbeitsgruppe ( vier bis sieben Personen aus dem jeweiligen Verband) treffen sich verbandsübergreifend zu Arbeitstreffen, um den Austausch zu gewährleisten.
Suchtselbsthilfe beinhaltet Lebensnähe, Alltagsorientierung und langfristige Begleitung und ist demnach an sich bereits gesundheitsfördernd. Eine gute Balance finden zwischen Arbeit und Ruhe, Anspannung und Erholung, den eigenen Bedürfnissen und Wünschen und dem, was von außen an einen herangetragen wird, sind die Ziele.
SOG ist die optimale Möglichkeit der Selbsthilfe, das höchste Maß an Effektivität für den Menschen in den bundesweiten Gruppen zu bieten. Ganz im Sinne von: Wer gut mit sich, mit dem Körper und mit seinem Leben umgeht:
hat weniger Stress, beugt einem Rückfall vor, fördert die eigenen inneren Kräfte, fühlt sich wertvoller und glaubt an sich und seine Fähigkeiten, ist offen für Neues und wagt Veränderungen.
Das Projekt SOG startete im April 2008, nahm die praktische Arbeit im Oktober in Berlin auf und endet im September 2010 mit dem praktischen Einsatz der ausgebildeten Mediatoren in den Selbsthilfegruppen bundesweit unter dem Motto von Kurt Hahn: Es gibt nicht nur ansteckende Krankheiten, es gibt auch ansteckende Gesundheit!
Für den Landesverband Baden e.V. arbeiten an diesem Projekt:
Conny Breithaupt und Karin Weidenauer vom Freundeskreis Nova Vita Mannheim-Waldhof e.V.,
Simone Engels und Uta Münchgesang vom Freundeskreis Karlsruhe
