Donnerstag 05. Mai 2011
Jahreshauptversammlung des Landesverbandes am 02.04.2011
Von: Uwe AisenpreisLandesverband fordert mehr Transperenz in der Suchthilfe
Auch in diesem Jahr war die Jahreshauptversammlung mit insgesamt 29 Teilnehmern nur recht mäßig besucht. Dennoch konnte der Erste Vorsitzende Ludwig Engels zu Beginn die Beschlussfähigkeit der Versammlung feststellen. Mit besonderer Freude begrüßte er die Teilnehmer einer kleinen Abordnung der Lotsen aus Mannheim, die, vorbehaltlich der (inzwischen erfolgten) Zustimmung ihrer Mitgliederversammlung, einen Beitritt zum Landesverband ankündigten.
In seinem Rechenschaftsbericht setzte Ludwig Engels gleich zu Beginn einige wichtige Signale für die nähere Zukunft. Nachdem sich bei einer Nachfolgediskussion im Vorstand der komplette Wechsel des geschäftsführenden Vorstandes abgezeichnet hätte, entschied sich der Erste Vorsitzende für eine erste wichtige Weichenstellung, nämlich entgegen seiner ursprünglichen Absicht im Jahre 2013 nochmals für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Benötigt werden aber bis dahin Nachfolger für folgende Ämter: Stellvertrende(r) Vorsitzende(r),Kassenwart, Beauftragte für Frauenarbeit, Aus u. Weiterbildung/Männerarbeit, Medien/Öffentlichkeitsarbeit. Ebenso sollten noch Regionalbeauftragte für die Regionen Freiburg und Tauberbischofsheim gefunden werden.
Als einen der größten Erfolge für 2010 kann der Landesverband einen Mitgliederzuwachs um 50 % vermelden. Einen großen Nachhall findet nach wie vor das AOK Projekt aus dem Jahre 2009. Es wurde in vielen weiteren Regionen übernommen, zuletzt von der Suchthilfe in Bad Mergentheim. Der Sponsor des Projektes, die AOK Baden-Württemberg, zeigte sich von dem Erfolg sehr angetan, denn inzwischen wurde das Projekt auch in anderen Bundesländern übernommen.
Der Landesverband konnte im vergangenen Jahr einige seiner Mitgliedsvereine tatkräftig unterstützen, so die Nova Vita beim 8. Mannheimer Selbsthilfetag und der Wanderausstellung Blau der DAK, den Freundeskreis LoS Murgtal beim Infotag der Selbsthilfegruppen im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden sowie beim Tag der offenen Tür in der Fachklinik Fischerhaus, Gaggenau. Wichtige Kontakte konnten bei der Teilnahme von Jubiläumsveranstaltungen geknüpft werden: einaml beim 25-jährigen Jubiläum der Kraichtalkliniken und einmal bei dem 30-jährigen Jubiläum der Elternkreise für Drogengefährdete und Drogenabhängige (Eldrost).
Im Bundesverband profilierte sich der Landesverband durch rege Teilnahme an verschiedenen Projekten. Insbesondere konnte der Landesverband seine Leistungsfähigkeit auch bei der Ausrichtung der Bundesdelegiertenversammlung 2010 in Karlsruhe mit anschließender Schlussveranstaltung S.o.G. unter Beweis stellen. HIer war der Landesverband u.a. zuständig für die Tagungsstätte, die Unterbringung der auswärtigen Gäste, Fahrdienste sowie das Rahmenprogramm mit Stadtrundfahrt und Kabarettvorstellung und man darf getrost stolz darauf sein, wie reibungslos die Organisation über die Bühne ging.
Zum Ende seines Rechenschaftsberichtes konnte Ludwig Engels zwei weitere Projekte für die Jahre 2011 und 2012 vorstellen. Zum einen ein Manual für Gruppenverantwortliche, das bis 2012 angelegt ist und zum anderen den Suchthilfefachtag Baden, der am 19.11.2011 in Karlsruhe stattfinden soll.
Sowohl der Rechenschaftsbericht des Vorstandes als auch der nachfolgende der Kassenführung sowie die Vorstellung des Haushaltsplanes 2011 erforderten keinen großen Diskussionsbedarf und so konnte der Vorstand in seiner Geschäftsführung einstimmig entlastet werden.
Es folgte der Bericht aus dem Bundesverband und die Berichte der Bereichs- und Regionalbeauftragten. Ein vom Vorstand detailliert ausgearbeiteter Vorschlag zur Installation eines Ehrenrates konnte so nicht umgesetzt werden. Zu weit gingen hier die Vorstellung einzelner Mitglieder über verschiedene Detailfragen wie Wahl, Befugnisse, Amstdauer usw. auseinander, als dass es ohne langwierige Diskussionen zu einem Konsens gekommen wäre. Man einigte sich schließlich darauf, prinzipiell die Einrichtung eines Ehrenrates zu beschließen und den Vorstand zu beauftragen, bis zur nächsten Jahreshauptversammlung verschiedene Modelle zur Abstimmung vorzulegen.
Der letzte Tagesordnungspunkt - Gründung der Diakonischen Suchthilfe Mittelbaden - führte dann nochmals zu lebhaften Diskussionen, und zwar über die Informationspolitik eben jener Gesellschaft. Das Thema wurde dann von Seiten des FK Karlsruhe noch erweitert auf generell mehr Transparenz bezüglich der unterschiedlichen Gremien, die zur Zeit in der Suchtkrankenhilfe tätig sind. Seit der Abschaffung des Landeswohlfahrtverbandes und der Bildung von sogenannten Netzwerken auf kommunaler Ebene unter Einbeziehung kirchlicher und nichtkirchlicher Wohlfahrtsorganisationen wisse kein Mensch mehr so recht, wer wofür zuständig sei und vor allem der Geldfluss-wer verteilt in wessen Auftrag an wen welche Gelder?- sei derzeit für die Ehrenamtlichen an der Basis völlig undurchschaubar. Die Diskussion mündete schließlich in einem Antrag an den Vorstand des Landesverbandes auf Schaffung von Transparenz der Geldflüsse, Finanzquellen und Kriterien der Verteilung in Baden.
